Rabat Freitag, 17. April 2026 – Die Republik Ecuador hat einen weiteren Schritt in ihrer Annäherung an Marokko getan, indem sie am 17. April in Rabat ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Autonomie-Initiative bekräftigte, die das Königreich 2007 zur Lösung des regionalen Konflikts um die marokkanische Sahara vorgelegt hatte. Diese Position wurde in einer gemeinsamen Erklärung festgehalten, die im Anschluss an die Gespräche zwischen dem marokkanischen Minister für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und im Ausland lebende Marokkaner, Nasser Bourita, und der ecuadorianischen Ministerin für auswärtige Beziehungen und menschliche Mobilität, Gabriela Sommerfeld, die sich auf einem Arbeitsbesuch im Königreich befand, unterzeichnet wurde.

In diesem Dokument bezeichnet Quito den marokkanischen Autonomievorschlag als „einzige ernsthafte, glaubwürdige und realistische Lösung“ für den Konflikt. Ecuador begrüßte zudem die Verabschiedung der Resolution 2797 (2025) des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen und bekräftigte, dass eine Autonomie unter marokkanischer Souveränität „die praktikabelste Lösung“ zur Beendigung dieses regionalen Streits darstelle.

Beide Länder bekräftigten zudem ihre Unterstützung für den persönlichen Gesandten des UN-Generalsekretärs für die Sahara sowie für die Bemühungen, den politischen Prozess im Hinblick auf eine endgültige Lösung voranzubringen.

Ausweitung der konsularischen Vertretung und wirtschaftliche Zusammenarbeit in den südlichen Provinzen

Die gemeinsame Erklärung unterstreicht zudem, dass Ecuador beschlossen hat, seine konsularische Vertretung gemäß dem Völkerrecht auf die marokkanische Sahara auszuweiten. Diese Entscheidung geht einher mit dem erklärten Willen, Möglichkeiten der wirtschaftlichen und handelspolitischen Zusammenarbeit in dieser Region zu fördern. Quito beabsichtigt damit, „vielversprechende Perspektiven für den afrikanischen Kontinent“ zum Nutzen seiner Wirtschaftssektoren zu eröffnen und den Austausch in den Bereichen Investitionen, Handel und produktive Entwicklung zu stärken.

Zu diesem Zweck kündigte die ecuadorianische Ministerin an, dass der Botschafter Ecuadors in Rabat in Kürze die Sahara-Region besuchen werde, um mehrere wirtschaftliche Initiativen vorzubereiten und zu unterstützen.

Ecuador würdigt die Führungsrolle Mohammeds VI. in Afrika

In ihrer Rede hob Gabriela Sommerfeld zudem die königlichen Initiativen mit regionaler Dimension hervor, die die Integration, Stabilität und Entwicklung des afrikanischen Kontinents fördern. Sie nannte insbesondere die Initiative zur Förderung des Zugangs der Sahelstaaten zum Atlantik, den „Prozess der afrikanischen Atlantikstaaten“ sowie das Megaprojekt der Afrika-Atlantik-Gaspipeline, das die regionale Integration stärken und die wirtschaftliche Entwicklung entlang der afrikanischen Atlantikküste ankurbeln soll.

Die ecuadorianische Außenministerin würdigte zudem die Rolle Marokkos als „führender Akteur in Afrika“ und strategischer Partner im Kampf gegen den Terrorismus, die grenzüberschreitende Kriminalität und bei der Förderung der Süd-Süd-Zusammenarbeit.

Auf dem Weg zu einer verstärkten bilateralen Partnerschaft

Die beiden Minister hoben zudem die hervorragenden freundschaftlichen und solidarischen Beziehungen zwischen Marokko und Ecuador hervor und bekundeten ihren gemeinsamen Willen, ihre bilateralen Beziehungen zu festigen und ihnen neue Impulse zu verleihen. Sie lobten die positive Dynamik in den Beziehungen und bekräftigten ihren Willen, diese auf eine höhere Ebene zu heben.

Besondere Aufmerksamkeit wurde der Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gewidmet. Die Anwesenheit einer Delegation ecuadorianischer Geschäftsleute spiegelt ihrer Ansicht nach den gemeinsamen Willen wider, die politische Nähe in konkrete Projekte umzusetzen. Es wurden Aussichten auf die Unterzeichnung von Abkommen über den gegenseitigen Investitionsschutz und die Vermeidung der Doppelbesteuerung angesprochen, ebenso wie die bevorstehende Einrichtung einer gemischten Wirtschafts- und Handelskommission.

Beide Seiten begrüßten zudem die Dynamik der Zusammenarbeit zwischen nationalen Wirtschaftsinstitutionen, insbesondere zwischen der marokkanischen Agentur für Investitions- und Exportförderung (AMDIE) und PROECUADOR, sowie das Vorhaben, ein ecuadorianisches Handelsbüro in Marokko zu eröffnen, das die Maghreb-Region abdeckt.

Am Rande der Gespräche fanden Treffen zwischen der von der ecuadorianischen Exportvereinigung (FEDEXPOR) koordinierten Delegation ecuadorianischer Geschäftsleute und ihren marokkanischen Amtskollegen unter der Leitung des Allgemeinen Unternehmensverbands Marokkos (CGEM) statt.

Auf internationaler Ebene tauschten die beiden Minister ihre Standpunkte zu den wichtigsten regionalen und internationalen Fragen aus, insbesondere zur Lage in Afrika, Lateinamerika und im Nahen Osten, und bekräftigten ihr Bekenntnis zum Multilateralismus, der auf der Achtung des Völkerrechts, der Zusammenarbeit und der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten beruht.



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