Der jüngste Besuch des algerischen Präsidenten in Italien war geprägt von einer irreführenden Erklärung zur Sahara, in der der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fälschlicherweise eine Position zugeschrieben wurde, die sie nie vertreten hat.

Die offizielle algerische Nachrichtenagentur (APS) hat zwar ihre erste Meldung, in der von einer angeblichen „Übereinstimmung der Standpunkte” die Rede war, diskret zurückgezogen, doch das Video des algerischen Präsidenten ist weiterhin im Umlauf und belegt diese Manipulation.

Algerische Diplomatie zwischen Widersprüchen und Erfindungen

Das algerische Regime pflegt eine kalkulierte Zweideutigkeit in Bezug auf die Sahara und wechselt je nach den Umständen zwischen den Status „betroffene Partei”, „interessierte Partei” oder sogar „einfacher Nachbar”. Sein Vertreter bei der UNO fasste diesen Ansatz mit einer vielsagenden Formel zusammen: „Nennen Sie uns, wie Sie wollen, wichtig ist, dass wir Interessen haben.”

Die unangenehme Angewohnheit, sich Unterstützer auszudenken

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz erklärte der algerische Präsident, er habe von Giorgia Meloni „gemeinsame Unterstützung” für das „sahrauische Volk” und dessen „unveräußerliches Recht auf Selbstbestimmung” erhalten. Die italienische Regierungschefin stellte jedoch klar, dass die Sahara bei den Gesprächen schlichtweg nicht thematisiert worden sei. Dieses Szenario erinnert seltsam an das, was sich im Juni 2025 mit Ruanda abgespielt hat, als Algier bereits versucht hatte, dem ruandischen Präsidenten eine seinen Thesen wohlwollende Haltung zuzuschreiben, bevor eine scharfe Dementi alles wieder zurechtrückte.

Eine Erzählung, die angesichts der Fakten zusammenbricht

Die offizielle italienisch-algerische Erklärung enthält keine der algerischen Formulierungen („sahrauisches Volk”, „unveräußerliches Recht”). Der einzige Hinweis ist eine „für beide Seiten akzeptable” Lösung unter der Schirmherrschaft der UNO – eine minimale und konsensorientierte Position, die perfekt mit der von Marokko vertretenen übereinstimmt.

Diplomatische Glaubwürdigkeit auf dem Tiefpunkt

Warum solche Lügen? Handelt es sich um eine Strategie der Medienverwirrung oder um den Ausdruck der Verunsicherung angesichts der zunehmenden Isolation Algiers in dieser Frage? Der marokkanische Autonomieplan, der von der internationalen Gemeinschaft weitgehend unterstützt wird, bringt Algerien offensichtlich in eine narrative Sackgasse, aus der es keinen Ausweg mehr zu kennen scheint.

Die Lösung: Zur Vernunft und zu Verhandlungen zurückkehren

Anstatt sich in unhaltbaren Positionen zu vergraben und imaginäre Unterstützer zu erfinden, täte Algerien gut daran, seine Rolle als Akteur anzunehmen und anzuerkennen, dass die Autonomie unter marokkanischer Souveränität die von der UNO befürwortete realistische und dauerhafte Lösung darstellt.



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